Seigneur

 

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3 Monate sind seit dem letzten Eintrag fast vergangen ... und ich komme einfach nicht dazu. Kaum komme ich noch an meinen PC, weil sich so viel verändert hat. Mehr Arbeit, mehr Familie, mehr Privates, nur Uni und Thera sind weiterhin im Minimalbetrieb.

Zuweilen beschleicht mich die Frage, wo ich dabei bleibe.

 Wenn's geht, versuche ich, nächste Tage ausführlicher zu werden. Bis dahin,

Seig

11.7.06 02:59


Eigentlich bewegen mich allein Löschgedanken, wenn ich an dieses Blog denke. Anderes ist wichtiger geworden: in den letzten 5 Tagen war ich 4 mal mit meinen Nichten zusammen, meine persönliche Horrorvorstellung (Notfallendoskopie) ist eingetreten, endlich mal wieder eine Seminararbeit abgegeben, der Thera ist in Urlaub und überlegt, wie er eine Therapieverlängerung beantragen kann, von der ich nicht überzeugt bin. Wen interessiert sowas? Mit wem sollte ich mich darüber auseinandersetzen? Habe ich nicht abstrakteres im Angebot? - Doch, habe ich. Es treibt mich um, wie ehedem. Ich beschäftige mich täglich mit Kunst, Musik, Literatur. Und zuweilen juckt es mich, wieder einmal einen rätselhaften Eintrag darzubieten, der scheinbar wenig mit mir zu tun hat. Doch genau so gibt es diese alltäglichen Beobachtungen, die natürlich nicht nachgelassen haben. - Nachgelassen haben allenfalls die irrealen und die indikativen Kontakte. Schöner Therapieerfolg!

Gänzlich zufällig eröffnet sich nun eine Wiederbegegnung mit meiner ältesten Freundin. Wir haben weit mehr als unsere Jugend, Schule und politische Sozialisation miteinander erlebt. Wir haben - selbst in den 70ern - Tabus gebrochen. (Und das war nun wahrlich nicht einfach und vor allem schmerzhaft.) Sie hat als einzige meine Not erkannt, als ich gebrochen wurde. Und sie war jene, die mir fast 10 Jahre später noch einfiel, als ich überlegte, wem ich überhaupt noch von meinen fortgesetzten Desastern hätte erzählen können. - Heute treffe ich sie wieder. Und sie hat inzwischen ihre ganz eigene Geschichte. Davon mag ich heute vor allem hören!

Ich freue mich "tierisch"

20.4.06 03:06


Endgültig disqualifiziert

"Andere meiner Patienten setzen sich hier nicht so differenziert mit ihren Problemen auseinander. Doch diese setzen ihre hier gewonnenen Erkenntnisse 'draußen' um. - Sie tun das nicht. Sie schreiten über die Schwelle des Raumes und betreten eine gänzlich andere Welt. Und das verstehe ich nicht."

Tja - eigentlich ist es ganz einfach: alles was ich hier 'erfahre', kenne ich seit Jahren und Jahrzehnten. Ich habe es lange zuvor selbst erkannt und meine Gegenstrategien entwickelt, um dennoch überleben zu können. Ich entwaffne dich deiner Methoden, die ich selbst einst erlernt. Deine Bemühungen zu konterkarieren, ist mir nicht mal einer Überlegung wert - es ist reiner Reflex, ein Selbstschutz ohne Reflexion.. - Natürlich durchschaue ich nicht alles: schließlich bin ich 'Mediziner' und nicht 'Psychologe'. Aber ... ich bin in allem befähigter. - Ein Umstand, den du allzu freimütig wahr gibst.

So weit, so schlecht ... Wie kann es mit uns weitergehen? Ein wenig mehr Selbstbewußtsein deinerseits, ein wenig mehr Demut meinerseits. - Doch worauf soll sich diese Demut gründen? Sicherlich nicht auf die Ratio - bei aller 'Technik', bin ich dir darin überlegen. Also auf jenes unerinnerliches Ereignis vor etwa 40 Jahren? ... es hat seinen markanten Platz, doch erreiche ich es mit deinen Mitteln nicht. - - - Nein! Selbst wenn ich darum wüßte, wäre damit nichts gebessert. Vielleicht diente es als Erklärung für manches. Doch taugte es allein nicht als Motiv einer Änderung. Das "wirkende Wort" war mir noch nie einsichtig.

Und genau da wäre der Weg zu suchen: nicht über das Wort, sondern über die Emotion. Mich darin zu 'knacken' - zugegeben - , ist extrem schwer. Und der heutige Versuch, mich zu einem 'Experiment' zu bewegen, war ein verzweifelter  Ansatz, mich doch noch zu erreichen. Wie schade, daß ich doch erkannt habe, daß die experimentelle Motivation nicht dem Gegenüber, sondern mir selbst galt. Idiot!

1.3.06 04:07


Jeder hatte wohl mal eine Phase der Suizidalität. Der eine einmal, der andere des öfteren, einige letal. - Auch mir ist das nicht fremd und da ich zur mittleren Gruppe gehöre, habe ich einige Erfahrung, was die auslösenden und begleitenden Umstände angeht. Diese früh zu erkennen und zu vermeiden, habe ich überlebensnotwendigerweise gelernt.


Im Moment treffen alle diese Umstände nicht zu. Es besteht keine Gefahr. Schließlich bin ich keine 12 mehr, als es zum ersten mal aufschien. Eine "Überschussreaktion" ist eher unwahrscheinlich. Altersgemäßer wäre da der "Abrechnungssuizid", der mich als Idee seit Jahren begleitet. Doch auch dessen initialisierende Momente sind mir vertraut und mithin umschiffbar.


Doch mein Thera spricht in letzter Zeit häufiger von dieser Möglichkeit. Jedesmal denke ich: "Lass' das! - Es führt mich auf keine gute Bahn! Die Umstände sind nicht so, daß ich damit umgehen müßte." - Für ihn ist es immer nur eine Option unter vielen. Wir gehen in den wöchentlichen Stunden nicht weiters darauf ein. Für mich sollte es auch so sein und ist es auch, wenn ich selbstbestimmt dieses Thema berühre. Doch in der letztzeitigen Dichte fühle ich mich nahezu 'angeregt', diese Überlegungen wieder aufzugreifen. Und das missfällt mir!


Hätte ich den Eindruck, daß es ein von ihm bewußt induziertes Thema sei, das er moderierend begleiten möchte, könnte ich mich ja vielleicht darauf einlassen. Doch glaube ich mich da sehr allein gelassen. Dafür war es bislang zu beiläufig. - "Fahrlässig!" kommt mir in den Sinn, und daß ich das wohl unbedingt mal ansprechen sollte.


Natürlich wäre ich nicht "ich", wenn ich mich einem Thera ohne Kontrollinstanz überlassen würde. (Schließlich bin ich ein Kontrollfreak. Nicht wahr, A.?!) Und so zeigte sich auch der 'Controler', der mich alle drei Monate sieht, diese Woche "besorgt", indem er festhielt, daß ich mich "zunehmend entziehe".


Ja - das tue ich. Aus Selbstschutz! - Nicht aus Angst, mich mir selbst zu stellen. Denn das meiste weiß ich wohl über und von mir selbst. Einiges mußte ich mir zusammenreimen. Da bin ich sehr ehrlich, wenn ich auch vieles schnell wieder verdränge. Doch im Hinterkopf bleibt es ja erhalten. ... Doch war es ja nie das Ziel meiner Thera, mich über die Ursachen meiner Probleme zu orientieren -, darüber wußte ich zuvor schon genug -, sondern mir vielmehr Strategien an die Hand zu geben, damit besser umzugehen.


Doch im Moment fühle ich mich da völlig fehlgeleitet, auf Deutsch: "verarscht!"

16.2.06 03:03


Nuancen

Mario Lanza (gerade im TV) - ein wahrlich lyrischer TV-Tenor. Seine Anklänge trafen den jeweilig geforderten Ton. Aber eben immer nur im Film und nicht auf der Bühne. (Wieviele Wiederholungen mag es jeweils gegeben haben, bis der Ton saß? Ich weiß es nicht.) Und trotz der tonalen Stimmigkeit, mochte ich seine Stimmlage nie. Sie war zu schmelzig (= zu viel unpassende Modulation), mit gar zu viel Timbre und in den Nebentönen zu hoch. Sie war mir immer "zu amerikanisch" - so, als ob er gerade ein Schmachtfetzen darbiete. (Luciano P. hatte wenigstens die Traute, sich dem in natura zu stellen.)

Das "absolute Gehör"! - Es macht zur Zeit Furore: bei Gottschalk hat einer - so die Fama - 4 gleichzeitig angeschlagene Töne richtig benannt. Bei Kerner hat nun einer gar 5 zugleich angeschlagene Töne differenziert. Toll!!! ... und behauptet, daß, wer das "absolute Gehör" besäße, immer in der Lage sei, dieses zu vermögen. --- Da mag ich mich doch in die Behauptung versteigern, daß ein jeder, der über das "absolute Gehör" verfügt, in der Lage sei, 10 oder gar 20  zugleich angeschlagene Töne mit genügender Sicherheit zu differenzieren. Vorausgesetzt, er oder sie seien mit der Kenntnis der entsprechenden Tonbenennung aufgewachsen. - Denn da liegt die Crux: wie soll jemand etwas benennen, für das er keinen Namen hat?

Mit 10 oder 11 Jahren ging ich leidenschaftlich in die Bibliothek, suchte mir Partituren heraus und bestellte mir die entsprechende Musik dazu auf den Kopfhörer. So lernte ich Partituren lesen. Verwundert nahm ich wahr, daß ich zuweilen voller Pein litt ... sobald etwas nicht "perfekt" war. Das mochte ein nicht getroffener Ton, eine falsche Chromatik, Modulation oder sonst irgendeine Nuance im musikalischen Gefüge gewesen sein - es verursachte ein körperliches Weh! Wenn ich heute eine Gitarre höre, weiß ich sofort, welche Saite nachgestimmt werden muß. (Wie ich es bei allen stimmbaren Instrumenten weiß.) Wenn ich heute auf meinem Keyboard, meinen Flöten, dem Akkordeon spiele, höre ich recht schnell damit auf, da ich sie nicht zu stimmen vermag. Ihr Ton wird mir körperlich unerträglich. Die einzelnen Töne vermag ich mir vor meinem inneren Ohr zu gegenwärtigen - jedoch nicht zu benennen. Das habe ich schlichtweg nicht früh genug gelernt.

Alles andere als Nuancen:

- 2,34 € für diesen Monat von der Ambulanz. (PANIK!)

- Übermorgen soll ich meine HA abgeben, die ich vor 5 Jahren begonnen habe. (+ PANIK!)

- F und J stritten schon wieder - und ich ertrage es nicht ( ++ PANIK!)

- Die Thera läuft völlig daneben und "er" meint, eine Verlängerung sei angebracht (+++ PANIK!)

1.2.06 02:10


out of (/f sic!) - or: no comment!

... geht ja gut los ... kann mir mal jemand sagen, wie ich in meinem eigenen Blog auf Kommentare reagieren kann? *grrr*
... und weil ich schon dabei bin ... wie komme ich wieder an meine alten Links, wie finde ich meine hiesigen Kontakte wieder? *nerv*

Mädels, ihr findet mich recht vergrätzt. Dafür muß ich um Verzeihung bitten, denn es hat ja nun wahrlich nichts mit euch zu tun. Vielmehr habe ich mich gefreut, gerade von euch hier etwas zu lesen. Entschuldigen muß ich mich hingegen, daß ich erst jetzt reagiere, indem ich festhalte, daß ich zur Zeit kaum noch im Internet unterwegs bin - aus technischen Gründen - und hier allenfalls einmal die Woche vorbeischaue, weil mich diese Veränderungen einfach nerven und ich keine Lust und Zeit habe, mich hier großartig einzuarbeiten. Ähnliches gilt aber auch für die twoday-Adresse, welche ich ja bislang noch nicht benutzt habe. Ich baue darauf, daß ihr es teilweise nachvollziehen könnt.
Aber dennoch vermisse ich zuweilen den Kontakt und den Austausch mit euch und einigen anderen.
@Constanze: Habe ich mich wirklich seither nicht mehr bei dir bemerkbar gemacht? Ich kann es kaum glauben, da ich immer erst nach dem Passwort suchen muß, wenn ich bei dir reinschauen will und mich dann jedesmal darüber ärgere. Verstehe mich da, bitte, nicht falsch: es ist völlig in Ordnung, daß du das deine schützen willst. Ich ärgere mich mehr über meine Schusseligkeit, daß ich mir das Passwort nicht merken kann. Aber daß ich seither noch nichts kommentiert haben soll ... tztztz ... *fassungslos* - Daß mit der Traurigkeit hast du schön durchschaut.
@rose: Ja - wir haben lange nichts voneinander gelesen. Und ich weiß gar nicht mehr recht, wie das kam. Einst hatten wir eine Schnittmenge gemeinsamer Themen, Interessen oder auch Blog-Bekannter. Doch haben wir uns natürlich in der Zeit entwickelt, entfaltet, differenziert. Die Schnittmenge wurde kleiner. Ein Vorgang, den wir beide hier dutzendemale erlebt haben. - Es ist mir ein Vergnügen, bei dir erneut hereinschauen zu dürfen, dich nun neu sehen zu können. Ich bin gespannt.
@zucker: Zuallererst - wie ist deine jetzige Blogadresse??? Und damit verbunden natürlich der Ausdruck meiner Bereitschaft, mich der Kritik und Konfrontation, mithin nicht nur den angenehmen Ereignissen, auszusetzen. In unserer letzten Begegnung habe ich ob des Tones recht schlucken müssen. Doch ich kann es ertragen, da du mir oft ein Quell der Anregung bist. Also ... wo bist du?
Euch dreien meine wohlmeinendsten Wünsche zum neuen Jahr und die liebsten Grüße
Bert
8.1.06 01:41


2006 - trotz alledem

Eine MG-Salve hat mich geweckt! - Meine vorderasiatischen Mitbürger haben da so ihren eigenen Gewohnheiten, den Jahreswechsel zu vollziehen. Und bei der polizeilichen Aufnahme wird es hinterher wieder 'nur' eine MP oder Guzzi gewesen sein.
Aber ganz positivistisch muß ich festhalten: ich war rechtzeitig erwacht, den Jahreswechsel nicht wiederum zu verschlafen. (Daß ist mir ja schon einigemale gelungen.) - Nicht daß mir sonderlich viel daran läge .. man hat ja schließlich Routine. Doch diesesmal war mir doch ein wenig mulmig, denn das vergangene Jahr war ja nicht so ... (ach so, ja: positivistisch!) ... Doch diesesmal mochte ich den Wechsel nicht so unbedacht vorbeiziehen lassen, da die Ereignisse und Therapien des vergangenen Jahres durchaus auch noch ärger hätten verlaufen können. Das mag ich nicht verhehlen: es hätte schlimmer kommen können!
In der Gewißheit, daß mir das Glück nun aber entweder im Spiel oder in der Liebe hold sein müße, habe ich mir also zum Jahresabschluß den ersten Lottoschein meines Lebens gegönnt ... nun gut: vor die Wahl gestellt "Geld oder Liebe" hätte ich eh immer das letztere bevorzugt. *vorfreu*
Und eingedenk, daß ich letztes Jahr auf alles Böllerwerk verzichtet hatte (, weil es mir allein freudlos schien), habe ich diesesmal also auch in dieses glückssichernde Moment investiert.
Noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben!

Die Sentenz des vergangenen Jahres: "Wären Sie vor 15 Jahren zu mir gekommen und ich hätte damals schon die Erfahrung von heute gehabt ... ja dann ..."

Allen Vertrauten, ebenso allen Unbekannten, wünsche ich, daß sie 2006 einen Teil ihres Lebens zu leben vermögen.

Seig
1.1.06 01:43


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