Jeder hatte wohl mal eine Phase der Suizidalität. Der eine einmal, der andere des öfteren, einige letal. - Auch mir ist das nicht fremd und da ich zur mittleren Gruppe gehöre, habe ich einige Erfahrung, was die auslösenden und begleitenden Umstände angeht. Diese früh zu erkennen und zu vermeiden, habe ich überlebensnotwendigerweise gelernt.
Im Moment treffen alle diese Umstände nicht zu. Es besteht keine Gefahr. Schließlich bin ich keine 12 mehr, als es zum ersten mal aufschien. Eine "Überschussreaktion" ist eher unwahrscheinlich. Altersgemäßer wäre da der "Abrechnungssuizid", der mich als Idee seit Jahren begleitet. Doch auch dessen initialisierende Momente sind mir vertraut und mithin umschiffbar.
Doch mein Thera spricht in letzter Zeit häufiger von dieser Möglichkeit. Jedesmal denke ich: "Lass' das! - Es führt mich auf keine gute Bahn! Die Umstände sind nicht so, daß ich damit umgehen müßte." - Für ihn ist es immer nur eine Option unter vielen. Wir gehen in den wöchentlichen Stunden nicht weiters darauf ein. Für mich sollte es auch so sein und ist es auch, wenn ich selbstbestimmt dieses Thema berühre. Doch in der letztzeitigen Dichte fühle ich mich nahezu 'angeregt', diese Überlegungen wieder aufzugreifen. Und das missfällt mir!
Hätte ich den Eindruck, daß es ein von ihm bewußt induziertes Thema sei, das er moderierend begleiten möchte, könnte ich mich ja vielleicht darauf einlassen. Doch glaube ich mich da sehr allein gelassen. Dafür war es bislang zu beiläufig. - "Fahrlässig!" kommt mir in den Sinn, und daß ich das wohl unbedingt mal ansprechen sollte.
Natürlich wäre ich nicht "ich", wenn ich mich einem Thera ohne Kontrollinstanz überlassen würde. (Schließlich bin ich ein Kontrollfreak. Nicht wahr, A.?!) Und so zeigte sich auch der 'Controler', der mich alle drei Monate sieht, diese Woche "besorgt", indem er festhielt, daß ich mich "zunehmend entziehe".
Ja - das tue ich. Aus Selbstschutz! - Nicht aus Angst, mich mir selbst zu stellen. Denn das meiste weiß ich wohl über und von mir selbst. Einiges mußte ich mir zusammenreimen. Da bin ich sehr ehrlich, wenn ich auch vieles schnell wieder verdränge. Doch im Hinterkopf bleibt es ja erhalten. ... Doch war es ja nie das Ziel meiner Thera, mich über die Ursachen meiner Probleme zu orientieren -, darüber wußte ich zuvor schon genug -, sondern mir vielmehr Strategien an die Hand zu geben, damit besser umzugehen.
Doch im Moment fühle ich mich da völlig fehlgeleitet, auf Deutsch: "verarscht!"